Grillunfall – der fahrlässige Einsatz von Spiritus

Der Grill steht bereit, die Son­ne scheint und heu­te soll es mal etwas schnel­ler gehen? Folg­lich ist der Griff zum flüs­si­gen Brand­be­schleu­ni­ger wie Spi­ri­tus ver­lo­ckend – aber lebens­ge­fähr­lich! Kin­der kön­nen ihre Gefähr­dung zu kei­nem Zeit­punkt ein­schät­zen. Erwach­se­ne tra­gen die Ver­ant­wor­tung.

Susan­ne Falk, Vor­sit­zen­de von Pau­lin­chen – Initia­ti­ve für brand­ver­letz­te Kin­der e.V. betont:

„Pau­lin­chen e.V. for­dert ein ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Han­deln von­sei­ten aller Erwach­se­nen, ins­be­son­de­re von den Her­stel­lern und Betrei­bern von flüs­si­gen Brand­be­schleu­ni­gern. Die prä­sen­te Plat­zie­rung von Spi­ri­tus auf Ver­kaufs­flä­chen neben ande­rem Grill­zu­be­hör erhöht den Kauf­an­reiz und för­dert damit den fahr­läs­si­gen und gefähr­li­chen Ein­satz von Spi­ri­tus.“

Dirk Aschen­bren­ner, Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung zur För­de­rung des Deut­schen Brand­schut­zes e.V., weiß:

„Jedes Jahr wer­den wir von der Feu­er­wehr zu Grill­un­fäl­len geru­fen und brin­gen die schwerst-brand­ver­letz­ten Unfall­op­fer in die Spe­zi­al­kli­ni­ken. Durch den Ein­satz von Spi­ri­tus als Brand­be­schleu­ni­ger kön­nen meter­ho­he Stich­flam­men ent­ste­hen mit ver­hee­ren­den Fol­gen für alle Umste­hen­den.”

Prof. Dr. Frank Sie­mers, med. Schirm­herr von Pau­lin­chen e.V., schil­dert:

„Meist wer­den Kin­der fron­tal von der Flam­men­wand erfasst und sind an Kopf/Gesicht, Rumpf und den Armen schwer ver­brannt. Das zieht gro­ße Schmer­zen, zahl­rei­che Haut­trans­plan­ta­tio­nen und eine lang­wie­ri­ge Behand­lung nach sich.“

Tipps zum sicheren Grillen:

  • Grill kipp­si­cher und wind­ge­schützt auf­stel­len.
  • Nie­mals flüs­si­ge Brand­be­schleu­ni­ger wie Spi­ri­tus oder Ben­zin ver­wen­den – weder zum Anzün­den noch zum Nach­schüt­ten – Explo­si­ons­ge­fahr!
  • Fes­te, geprüf­te Grill­an­zün­der aus dem Fach­han­del ver­wen­den.
  • Grill stets beauf­sich­ti­gen.
  • Kin­der nicht in die Nähe des Grills las­sen – Sicher­heits­ab­stand von 2 bis 3 Metern!
  • Grill nicht von Kin­dern bedie­nen oder anzün­den las­sen.
  • Kübel mit Sand, Feu­er­lö­scher oder Lösch­de­cke zum Löschen des Grill­feu­ers bereit­hal­ten.
  • Bren­nen­des Fett nie­mals mit Was­ser, son­dern durch Abde­cken löschen.
  • Nach dem Gril­len das Grill­ge­rät wei­ter beauf­sich­ti­gen, bis die Glut voll­stän­dig aus­kühlt ist.
  • Nicht in geschlos­se­nen Räu­men gril­len und den Grill nie­mals zum Aus­küh­len ins Haus stel­len – Ver­gif­tungs­ge­fahr!
  • Hei­ße Glut nach dem Gril­len am Strand nie im Sand ver­gra­ben – die Koh­le bleibt noch tage­lang glü­hend heiß! Die Grill­koh­le mit Was­ser löschen und abküh­len las­sen.
  • Ein­mal­grills am Strand mit Was­ser löschen und abküh­len – auch den Sand unter dem Grill!

Gemeinsam Grillunfälle verhindern!

Je mehr Men­schen sich aktiv an der Auf­klä­rungs­ar­beit betei­li­gen, umso weni­ger Grill­un­fäl­le wird es geben. Der Prä­ven­ti­ons­film von Pau­lin­chen e.V. gibt anschau­li­che Tipps zum siche­ren Gril­len.

Hier kli­cken, um den Inhalt von You­Tube anzu­zei­gen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.

Pau­lin­chen e.V. finan­ziert die Grill­kam­pa­gne in die­sem Jahr u. a. mit einem Spen­den­lauf. Jede*r kann mit­ma­chen: Gib mir 5 – 05. Juni 2021

Pau­lin­chen – Initia­ti­ve für brand­ver­letz­te Kin­der e.V. berät und beglei­tet Fami­li­en mit brand­ver­letz­ten Kin­dern in jeder Pha­se nach dem Unfall. Ein gro­ßes Kom­pe­tenz­netz­werk steht zur Ver­fü­gung, sodass kei­ne Fra­ge rund um die ther­mi­sche Ver­let­zung im Kin­des­al­ter offen­bleibt. Ziel ist es, für jedes brand­ver­letz­te Kind indi­vi­du­ell die best­mög­li­che Ver­sor­gung zu errei­chen und prä­ven­tiv auf Unfall­ur­sa­chen hin­zu­wei­sen.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen kon­tak­tie­ren Sie uns ger­ne unter der Tele­fon­num­mer: 040 529 50 666 oder per E‑Mail: presse@paulinchen.de. Ansprech­part­ne­rin­nen: Vere­na Lau­mer und Susan­ne Falk

Quel­le: Lan­des­feu­er­wehr­ver­band Bay­ern e.V.